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zum Semesterbeginn
09 / 13
22.10.2026

Gruß der Studierendenvertretung

zum Semesterbeginn

Im Rahmen des Eröffnungsgottesdienstes am Montag, den 05.10.2026, stellten sich die diesjährigen Studierendenvertreterinnen und Studierendenvertreter im Hochschulkollegium mit Informationen und persönlichen Gedanken der versammelten Hochschulgemeinschaft vor. 

Nadine Henn 

„Für das neu begonnene Studienjahr wünsche ich unserer gesamten Hochschulgemeinschaft, dass wir einander zugewandt und achtsam auf dem persönlich bewegenden Weg des Theologiestudiums unterwegs sein mögen.

Die Theologie liefert uns oft keine fertigen Antworten. Vielmehr bringt sie uns mit Fragen in Berührung, deren Antworten in uns reifen müssen, bevor wir uns sie zu eigen machen können und sie zu Wahrheiten für uns werden. Solche Prozesse verändern uns und unseren Blick auf die Welt, die uns umgibt.

Deshalb wünsche ich allen Studierenden neben viel Erfolg und Entschlossenheit für dieses Studienjahr auch Geduld und Muße: damit wir liebevoll miteinander, mit uns selbst und mit den vielen Fragen, die an uns rütteln werden, unterwegs sein können.

Vielleicht finden wir eine Ermutigung zu dieser Haltung in den Worten Rainer Maria Rilkes an Franz Xaver Kappus:

… und ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, … Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein.“

Rohith Oddipalli 

„Ich möchte vor allem die neuen Studierenden an unserer Hochschule ganz herzlich willkommen heißen. Wir freuen uns über euch, wünschen einen wunderbaren Start ins Studium, ein gutes Lernen, Offenheit für all eure Fragen und ganz viel Freude im Suchen nach Antworten. Was auch immer während des Studiums passieren wird: Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr am Ende eures Weges gestärkt im Glauben an Gott hier herausgehen werdet. 

Ein besonderer Gruß geht an die sieben neuen Mitbrüder aus Tansania, Indien, Ecuador und Südtirol sowie an unseren neuen Spiritual, Pater Mathew. Von Herzen gratuliere ich außerdem unsere Studienkollegen, die die Diakonweihe empfangen haben: Auch wenn wir euch nicht mehr täglich an der Hochschule sehen, so hoffen wir doch, eure Gebete vom Altar aus zu spüren. Gottes Segen, Freude und viel Kraft für euren Dienst, wo immer ihr auch hingeht!“

Kathrin Mayr

„Einen aufrichtigen Dank aussprechen möchte ich jenen Studierenden, die sich dazu bereiterklärt haben, in den unterschiedlichen Gremien der PTH mitzuwirken, den institutionell verankerten Ansprechpersonen, an die wir uns als Studierende wenden dürfen, sowie der PTH selbst für diese Ermöglichungen und die damit verbundenen Hilfestellungen. 

Ich habe einige Gedanken aus der Enzyklika ‚Magnifica Humanitas – Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz‘ ausgewählt, in denen sich Papst Leo XIV. mit der Begrenzung, dem Herzen und der Größe des Menschen beschäftigt. Seine Reflexionen erinnern uns, wie mir scheint, an etwas bedeutsam Grundlegendes, über das wir in unserem Studieren, Arbeiten, Miteinander-Sein und letztlich auch in unserem Glauben nachdenken dürfen. Wir sind herausgefordert, es in seiner Tiefe stets neu zu bedenken.

Auch wenn die Begrenztheit als innerer Schmerz erfahren wird, sagt uns die menschliche Weisheit, ihn nicht zu beseitigen oder zu unterdrücken, sondern ihn zu integrieren. Um den Schmerz vollständig zu unterdrücken, müsste man letztendlich auch die Liebe und die Sehnsucht auslöschen. Wer liebt und etwas ersehnt, kann Prüfungen und Leiden nämlich nicht vermeiden, und deshalb bewahren wir Lehren in uns, die sich über die Jahre wie Narben einprägen, eine Erinnerung an den Weg, den wir zwischen Freiheit und Niederlagen, zwischen Träumen und Enttäuschungen zurückgelegt haben. Nur dank der Verflechtung dieser Elemente geschehen im Herzen jene Wunder der Seele, die uns den höchsten Genuss unseres Menschseins kosten lassen. Auf dieses zugleich dramatische und großartige Abenteuer im Namen einer vermeintlichen Überwindung aller Begrenztheit zu verzichten, könnte alles Mögliche bedeuten, aber nicht mehr ein Mensch zu sein (MH 120).“

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