Am 16. September fand an der PTH Brixen die Vorstellung der von Paola Cecarini Bayer übersetzten italienischen Ausgabe des Buches über die Jagdethik des Philosophen und Theologen Markus Moling statt.
In seiner Begrüßungsrede erinnerte Prof. Martin M. Lintner, Dekan der PTH, daran, dass Molings 2020 erschienenes Buch im deutschsprachigen Raum zu einem festen Bezugspunkt für die Frage der ethischen und nachhaltigen Jagd und deren Rolle beim Schutz von Wildtieren und Lebensräumen geworden ist. Er äußerte die Hoffnung, dass dies auch in Italien der Fall sein werde.
Auch der Brigadegeneral Stefano Paolucci, Kommandant der Carabinieri-Legion Trentino-Südtirol, sprach ein Grußwort.
Im Anschluss daran folgte eine Podiumsdiskussion unter der Moderation von Marina Berlinghieri von der Stiftung UNA (Uomo Natura Ambiente), an der der Autor Moling, Guido Marangoni, Vizepräsident des Südtiroler Jagdverbandes, Manuel Penitenti, Generaldirektor des Trentiner Jagdverbands, Ettore Zanon als Vertreter des Vereins RIVA und von „Giò dal Corno“ sowie Michl Ebner, Direktor des Verlags Athesia-Tappeiner, ehemaliger Präsident der europäischen Jagdverbände und der Interfraktionellen Arbeitsgruppe „Biodiversität, Jagd und ländliche Aktivitäten“ des Europäischen Parlaments, teilnahmen. Es wurden Fragen zur Jagdethik, zur nachhaltigen Jagd und zum Dialog zwischen Jägerschaft und Zivilgesellschaft erörtert.
In seinen abschließenden Ausführungen hob Moling drei Aspekte hervor.
- Erstens: Die Jagd wird von der Gesellschaft akzeptiert, wenn deutlich wird, dass sich die Jäger für die Wildtiere einsetzen. Es geht darum, die Interessen der Wildtiere zu verteidigen, die heute aufgrund des Rückgangs ihres Lebensraums, von Freizeitaktivitäten, Sport und Tourismus vielfältigen Belastungen ausgesetzt sind. „Seid Anwälte der Wildtiere“, so Moling an die Jägerschaft.
- Zweitens: Die Jagd ist eng mit der Tradition verbunden. Der rasante technologische Wandel und der Einsatz neuer Technologien wie Wärmebildkameras stellen die Jagd vor neue Herausforderungen, die diskutiert und bewältigt werden müssen.
- Drittens: Der Jäger muss die Tugend der Mäßigung einüben. Die Mäßigung, die zu den vier Kardinaltugenden gehört, ist eine wichtige Grundhaltung bei der Jagd, und es ist wichtig, dass Jäger sich in ihrem Handeln zurückhalten können.
In seiner Abschlussrede forderte Lintner die Jägerschaft auf, die berechtigten Fragen derjenigen, die die Jagd und das Töten von Tieren kritisch betrachten, ernst zu nehmen, selbstkritisch zu reflektieren und angemessene Antworten zu geben.
Zum Abschluss des interessanten Abends wurde ein Umtrunk angeboten, umrahmt von der stimmungsvollen Darbietung einer Gruppe von Jagdhornbläsern aus Lana.
Foto von Markus Moling: Die Jagd als Naturerlebnis – morgendliche Stimmung in den Bergwäldern

