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Glauben vertiefen, Fragen stellen
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20.10.2026

50 Jahre Brixner Theologische Kurse

Glauben vertiefen, Fragen stellen

Die Brixner Theologischen Kurse feiern ihr 50-jähriges Bestehen. Bei einem Festakt an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen wurde am Samstag, 24. Oktober 2026, die Bedeutung der theologischen Erwachsenenbildung für Kirche und Gesellschaft hervorgehoben. Seit 1976 bieten die Kurse Raum, sich mit Glaubensfragen auseinanderzusetzen und theologisches Wissen mit dem eigenen Leben zu verbinden.

Direktor Christoph J. Amor eröffnete die Jubiläumsveranstaltung mit einem Rückblick auf die Gründung der Kurse im Jahr 1976, die aus der damaligen Auseinandersetzung um die Zukunft der Theologischen Lehranstalt Brixen hervorging. Die Kurse vermittelten nicht nur Glaubenswissen, sondern stärkten auch die Gemeinschaft. Mit Blick auf die Zukunft gab er sich zuversichtlich: „Nicht aufgeben, sondern umbauen und ausbauen“ sei bereits vor 50 Jahren die Devise gewesen.

Grußworte sprachen Hochschuldekan P. Martin M. Lintner, Bürgermeister Andreas Jungmann und Bischof Ivo Muser. Den Festvortrag hielt MMag. Dr. Andreas G. Weiß, Direktor des Katholischen Bildungswerks Salzburg, zum Thema „glauben.leben.lernen. Die Welt als heiliger Boden erwachsenen Glaubens“. Weiß unterstrich, dass theologische Erwachsenenbildung nicht bei der Vermittlung von Wissen stehen bleiben dürfe: „Theologische Erwachsenenbildung darf und soll ver-rücken. Sie verändert den Blick der Menschen und bringt kirchliche wie theologische Selbstverständlichkeiten in Bewegung.“

In seiner Rede erinnerte Bischof Muser an seine Zeit als Professor an der Hochschule. Die Begegnungen mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern seien für ihn prägend gewesen. Er habe als Lehrender „nicht nur gegeben, sondern mindestens ebenso viel empfangen“. Die Kurse seien ein Ort, an dem das Wort „Das Herz spricht zum Herzen“ lebendig werde. Der Bischof betonte die anhaltende Bedeutung theologischer Bildung. Menschen suchten nach Sinn, Orientierung und Hoffnung und stellten grundlegende Fragen des Lebens. Theologie helfe, den Glauben zu durchdenken und mit dem Alltag zu verbinden. Besonders hob Muser hervor, dass die Kurse nicht nur Wissen vermittelten, sondern Menschen zusammenführten. Aus gemeinsamem Lernen und Diskutieren entstünden Beziehungen und Freundschaften, die oft weit über die Kurszeit hinaus Bestand hätten. Gerade diese Gemeinschaft sei ein wesentlicher Bestandteil kirchlichen Lebens.

Zum Abschluss unterstrich Andreas G. Weiß die Bedeutung der persönlichen Lebenserfahrung für die theologische Bildung: „Der größte Schatz theologischer Bildung steht in keinem Bücherregal. Es ist das Leben der Menschen, in dem das Evangelium neu zu sprechen beginnt.“

Interview mit Direktor Christoph J. Amor im Corriere dell'Alto Adige (25.10.2026)

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